Diese Karte aus dem Jahr 1946 zeigt den von den Alliierten im Potsdamer
Abkommen festgelegten Grenzverlauf:
Swinemünde kommt zu Polen, Stettin ist deutsch. In der Wikipedia wird
behauptet, daß Stettin am 5. Juli 1945 an Polen ging. Dem steht aber
entgegen, daß die Gründung der SED am 21. April 1946 nach Berichten von
Zeitzeugen auch in Stettin erfolgte.
Pommern, Schlesien und Ostpreußen werden noch als "unter polnischer
Verwaltung stehend" bezeichnet.
Diese Karte aus demselben Jahr bildet den endgültigen Grenzverlauf ab.
Stettin dürfte bei den Vorgesprächen zu den
Zwei-plus-Vier-Verhandlungen 1990 eine Rolle gespielt haben. Pommer
usw. werden hier schon eindeutig als Ausland deklariert.
Man beachte auch den stolzen Preis von 75 Pfennig. Zu dieser Zeit
konnte ein Ungelernter selten mehr als
1 Reichsmark pro Stunde verdienen.
Kurios war auch das: Wer zu DDR-Zeiten von Leipzig nach Frankfurt
fahren wollte und die Reise von den
"Behörden" auch genehmigt bekam, hatte in Eisenach die Paßkontrolle
über sich ergehen zu lassen.
Gleichzeitig mit dieser wurden alle Türen verschlossen, ein Wauwau lief
unter dem Zug entlang, ein anderer robbte in jedem Wagen durch das
Dach. (Solschenizin schreibt: "Menschen sind wertvoller als Gold.")
Jetzt gings mit einer Diesellok bergauf und durch einen Tunnel. Hinter
Gerstungen war die Grenze, Obersuhl lag schon im Westen.
Aber, o Schreck - auf einmal wieder Stacheldraht rechts und links:
wieder DDR-Gebiet für 2 km, aber kurz vor Hönebach grüßte der letzte
Wachturm, es ging nun nach Bebra, wo umgestiegen wurde und viel Betrieb
herrschte. In entgegengesetzter Fahrtrichtung fuhr der Zug - nun wieder
mit E-Lok, durchs Haunetal nach Fulda.
Heute ist Bebra ein zu groß geratener Regionalbahnhof, die Fernzüge
nehmen - wie zu sehen - einen eleganten Bogen an der Stadt vorbei.
Die Erklärung für die drei Grenzwälle (es war ja der
"antifaschistisch-demokratischer Schutzwall") ist einfach:
Beim Bau der Eisenbahn nach 1840 wurden die Gleise nach der Landschaft,
nicht nach den Landesgrenzen
verlegt. Heute fahren die Züge viel zu schnell, als daß man noch Reste
der Mauer entdecken könnte.